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Ferialpraktikanten


Die für Ferialpraktikanten normierte Vollversicherung wurde durch das Sozialversicherungs-Änderungsgesetz 2005 (SVÄG 2005) rückwirkend mit Ablauf des 31. August 2005 aufgehoben. Ab diesem Zeitpunkt sind Ferialpraktikanten nicht mehr zur Pflichtversicherung anzumelden, vorausgesetzt es handelt sich um ein "echtes", unentgeltliches Ferialpraktikum.

Der Ferialpraktikant selbst ist während seiner Tätigkeit (ohne Beitragsleistung des Arbeitgebers) im Rahmen der Schüler- und Studentenversicherung unfallversichert.
"Echte" Ferialpraktikanten sind Schüler und Studenten, die eine im Rahmen des Lehrplanes bzw. der Studienordnung vorgeschriebene oder übliche Tätigkeit verrichten. Es muss sich dabei nachweislich um Schüler oder Studenten einer bestimmten Fachrichtung handeln, die im Betrieb auch entsprechend dieser Fachrichtung eingesetzt werden.

Die Dauer richtet sich dabei nach den einschlägigen Ausbildungsvorschriften.

Hierbei sind folgende Punkte zu beachten:

  • Die praktische Tätigkeit im Betrieb muss dem Ausbildungszweck des betreffenden Schultyps bzw. der Studienordnung entsprechen. Nachweise über die Ausbildungserfordernisse sind aufzubewahren.
  • Eine Vollversicherung liegt vor, wenn die Bezüge des Praktikanten die Geringfügigkeitsgrenze übersteigen. Die Bezüge können - ausgenommen im Hotel- und Gastgewerbe - frei vereinbart werden, sofern ein Kollektivvertrag keinen Mindestlohn für Praktikanten vorschreibt (zB Metallarbeiter). Der Dienstgeber hat bei Verdienst unter der Geringfügigkeitsgrenze eine Anmeldung zur Unfallversicherung und bei Verdienst über der Geringfügigkeitsgrenze eine Anmeldung zur Vollversicherung zu erstatten.
  • Ein (Ferial-)Praktikum kann nicht nur während der Ferienzeit, sondern während des ganzen Jahres absolviert werden.

Achtung: Werden Schüler und Studenten im Rahmen ihres Praktikums als Dienstnehmer beschäftigt oder unterliegen sie der Lohnsteuerpflicht, müssen sie bei der Gebietskrankenkasse als solche angemeldet werden!

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Ausländische Ferialpraktikanten

Praktikanten aus EU-Mitgliedstaaten
Jene Personen aus EU-Mitgliedstaaten, die hinsichtlich ihrer Tätigkeit in ihrem Heimatland als Ferialpraktikanten anerkannt wären und ausbildungskonform beschäftigt werden, sind sozialversicherungsrechtlich als Ferialpraktikanten zu betrachten. Es gelten dieselben melderechtlichen Bestimmungen wie für inländische Ferialpraktikanten. (Ausnahme: Ferialpraxis im Hotel- und Gastgewerbe, siehe Sonderregelung).

Liegt auf Grund der tatsächlichen Verhältnisse keine Tätigkeit als Ferialpraktikant vor, so ist die Eigenschaft als Dienstnehmer gemäß § 4 Abs. 2 ASVG anzunehmen. In diesem Fall gelten die lohngestaltenden (kollektivvertraglichen) Vorschriften.

Die Einstufung ist entsprechend der ausgeübten Tätigkeit vorzunehmen.

Praktikanten aus Nicht EU-Mitgliedstaaten

Schüler und Studierende mit Pflichtpraktikum aus Nicht-EU-Mitgliedstaaten sind in allen Branchen als Dienstnehmer/innen gemäß ASVG versicherungspflichtig.

Beitragsgrundlage:
Beitragsgrundlage ist das nach dem Kollektivvertrag entsprechend der ausgeübten Tätigkeit gebührende Entgelt. Ist kein Kollektivvertrag anwendbar, gilt zumindest das angemessene, in verwandten Wirtschaftszweigen ortsübliche Entgelt.

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Sonderregelungen im Hotel- und Gastgewerbe

  • Durch ein Ferialpraktikum wird ausschließlich ein Dienstverhältnis begründet.
  • Bei einem Pflichtpraktikum ist ein Volontariat ausgeschlossen.
  • Es ist der entsprechende Kollektivvertrag anzuwenden; Ferialpraktikanten haben Anspruch auf ein Entgelt in der Höhe der jeweils geltenden Lehrlingsentschädigung für das mit dem Schuljahr korrespondierende Lehrjahr.
  • Diese Ferialpraktikanten sind in der Beitragsgruppe A1 oder D1 abzurechnen.

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Kein Ferialpraktikum im freien Dienstverhältnis

Die Frage, ob ein Ferialpraktikum auch im Rahmen eines freien Dienstverhältnisses (§ 4 Abs. 4 ASVG) ausgeübt werden kann, ist aufgrund der gesetzlich festgelegten Prüfreihenfolge zur Feststellung der Sozialversicherungspflicht (§ 4 Abs. 6 ASVG) zu verneinen. Liegen die Voraussetzungen für die Pflichtversicherung als Ferialpraktikant oder Dienstnehmer vor, ist nicht mehr zu prüfen, ob es sich allenfalls um ein freies Dienstverhältnis handeln könnte.

Zuletzt aktualisiert am 07. April 2016