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Lohnausfallprinzip


 Lohnausfallprinzip bedeutet, dass ein Arbeitnehmer während der Ausfallzeiten (z. B. am Feiertag, bei Urlaub oder Krankheit) Anspruch auf das Entgelt hat, das er bei Arbeitsleistung verdient hätte.
Das Lohnausfallprinzip ist bei folgenden Entgelten anzuwenden:

  • Urlaubsentgelt
  • Krankenentgelt
  • Feiertagsentgelt
  • Entgelt für Pflegefreistellung

Welches Entgelt nach dem Ausfallprinzip zu zahlen ist, ist u. a. in den beiden Generalkollektivverträgen zum Urlaubsentgelt und zum Krankenentgelt gemäß EFZG geregelt. So sind auch regelmäßig geleistete Überstunden als Bestandteil des regelmäßig bezahlten Entgelts zu berücksichtigen.

Für die Beurteilung des regelmäßigen Entgelts iSd §§ 6 UrlG und 3 EFZG ist grundsätzlich ein Beobachtungszeitraum von 13 Wochen heranzuziehen, wenn nicht besondere Gründe einen längeren Zeitraum erfordern. Dabei sind jene Entgelte (Zulagen, Überstunden, Prämien, Provisionen etc.) bei regelmäßigem Anfall im Durchschnitt zu berücksichtigen.

Aufwandsentschädigungen (Reisekosten) sind außer Acht zu lassen, Sachbezüge bei Wegfall in Geld abzugelten.

Beispiel A

Ein Arbeiter hat eine wöchentliche Normalarbeitszeit von 40 Stunden. Der Stundenlohn beträgt EUR 11,00.
Dieser Arbeiter erhält für jede Arbeitsstunde eine Gefahrenzulage von 60 Cent. Außerdem erhält er für jede Arbeitsstunde eine Erschwerniszulage von 50 Cent und eine Leistungsprämie von 60 Cent.

Berechnung

Stundenlohn EUR 11,00
Gefahrenzulage EUR   0,60
Erschwerniszulage EUR   0,50
Leistungsprämie EUR   0,60
Gesamt EUR  12,70


Der Durchschnitt des Urlaubs-, Feiertags- und Krankenentgelts beträgt pro Stunde EUR 12,70.


Beispiel B

 Ein Arbeiter hat eine wöchentliche Normalarbeitszeit von 40 Stunden. Der Stundenlohn beträgt EUR 11,00.
Dieser Arbeiter erhält eine Gefahrenzulage von 60 Cent. Die Gefahrenzulage fällt regelmäßig an und wurde in den letzten
3 Monaten (13 Wochen) für 315 Stunden bezahlt.

Außerdem erhält er eine Erschwerniszulage von 50 Cent. Die Erschwerniszulage fällt regelmäßig an und wurde in den letzten
3 Monaten (13 Wochen) für 176 Stunden bezahlt.

Eine Leistungsprämie von 60 Cent pro Stunde wurde für jede Arbeitsstunde bezahlt.

Berechnung

Stundenlohn EUR 11,00
Gefahrenzulage EUR   0,36 *) *)0,60x315 / 173x3
Erschwerniszulage EUR   0,17 **) **)0,50x176 / 173x3
Leistungsprämie EUR   0,60
Gesamt
EUR 12,13


Der Durchschnitt des Urlaubs-, Feiertags- und Krankenentgelts beträgt pro Stunde EUR 12,13.
Da in den letzten 3 Montaten KEINE Nichtleistungszeiten vorliegen, kann bedingt durch die 40 Wochenstunde ein Teiler von 519 (173x3) herangezogen werden.

Beispiel C

 Ein Arbeiter hat eine wöchentliche Normalarbeitszeit von 40 Stunden. Der Stundenlohn beträgt EUR 11,00.
Dieser Arbeiter erhält eine Gefahrenzulage von 60 Cent. Die Gefahrenzulage fällt regelmäßig an und wurde in den letzten
3 Monaten (13 Wochen) für 315 Stunden bezahlt.

Bedingt durch Krankenstände, Feiertage und Urlaub bestand in den letzten 3 Monaten (13 Wochen) lediglich an 368 Stunden die Möglichkeit, diese Zulage zu erhalten.

Außerdem erhält er eine Erschwerniszulage von 50 Cent. Die Erschwerniszulage fällt regelmäßig an und wurde in den letzten
3 Monaten (13 Wochen) für 176 Stunden bezahlt.

Bedingt durch Krankenstände, Feiertage und Urlaub bestand in den letzten 3 Monaten (13 Wochen) lediglich an 368 Stunden die Möglichkeit, diese Zulage zu erhalten.

Eine Leistungsprämie von 60 Cent pro Stunde wurde für jede Arbeitsstunde bezahlt.

Berechnung

Stundenlohn EUR 11,00
Gefahrenzulage EUR 0,51 *) *) 0,60x315 / 368
Erschwerniszulage EUR 0,24 **) **) 0,50x176 / 368
Leistungsprämie EUR 0,60
Gesamt EUR 12,35


Der Durchschnitt des Urlaubs-, Feiertags- und Krankenentgelts beträgt pro Stunde EUR 12,35.
Da in den letzten 3 Montaten Nichtleistungszeiten vorliegen, sind diese beim Teiler nicht zu berücksichtigen, da beide Generalkollektivverträge ausschließlich auf die geleistete Normalarbeitszeit abstellen!



Zuletzt aktualisiert am 11. März 2015