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Schwerarbeit

Seit 2007 gilt die Schwerarbeitsverordnung. Mit Jänner 2008 hat die Meldeverpflichtung für die Dienstgeber begonnen. Welche Tätigkeiten als Schwerarbeit gelten und was die Dienstgeber melden müssen lesen Sie hier.


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Wer ist zu melden?

  • Dienstgeber haben jene Personen, die Schwerarbeit im Sinne der Schwerarbeitsverordnung leisten dem Krankenversicherungsträger zu melden.
  • Dabei ist zu beachten, dass männliche Versicherte bereits das 40. Lebensjahr und weibliche Versicherte bereits das 35. Lebensjahr vollendet haben müssen.
  • Nicht zu melden sind geringfügig beschäftigte Personen, da keine Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung besteht.

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Wann ist zu melden?

  • Die Meldung ist jeweils bis Ende Februar des Kalenderjahres, das der Verrichtung von Schwerarbeitstätigkeiten folgt, zu erstatten.

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Was ist zu melden?

  • Tätigkeiten, die als besonders belastend gelten.
  • Diese Tätigkeiten sind in § 1 (1) Zi. 1 – 6 der Verordnung geregelt.

Zi.1: Schicht- oder Wechseldienst auch während der Nacht (unregelmäßige Nachtarbeit), dh: zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr, jeweils im Ausmaß von mindestens 6 Stunden und zumindest an sechs Arbeitstagen im Kalendermonat, sofern nicht in diese Arbeitszeit überwiegend Arbeitsbereitschaft fällt.

Wenn die in der Zi. 1 angeführten Voraussetzungen an mindestens 6 Arbeitstagen im Kalendermonat vorliegen, gilt dieser Monat als Schwerarbeitsmonat und ist zu melden. Bei einer unregelmäßigen Anzahl von Nachtschichten in den einzelnen Monaten ist die Berechnungsregel analog des Nachtschwerarbeitsgesetzes (NSchG Artikel XI, Abs. 6) anzuwenden.

Zi.2: regelmäßig unter Hitze oder Kälte im Sinne des Art. VII Abs. 2 Z 2 und 3 des Nachtschwerarbeitsgesetzes (NSchG).

Wenn im überwiegenden Teil der Arbeitszeit, mindestens an 15 Arbeitstagen pro Monat, die Kriterien des Nachtschwerarbeitsgesetzes vorliegen, ist dieser Monat als Schwerarbeitsmonat zu melden. Die Wetterlage (zB. hohe Temperaturen) oder klimatische Verhältnisse sind für die Beurteilung nicht relevant. Die Hitzeeinwirkung muss durch den Arbeitsvorgang selbst verursacht werden.

Zi.3: unter chemischen oder physikalischen Einflüssen im Sinne des Art. VII Abs. 2 Z 5, 6 und 8 NSchG, wenn dadurch eine Minderung der Erwerbsfähigkeit im Sinne des § 203 ASVG von mindestens 10% verursacht wurde.

Da die Minderung der Erwerbsfähigkeit erst im Nachhinein festgestellt werden kann, ist eine Meldung durch die Dienstgeber nicht möglich und auch nicht vorgesehen.

Zi.4: schwere körperliche Arbeit, die dann vorliegt, wenn bei einer achtstündigen Arbeitszeit von Männern mindestens 8374 Arbeitskilojoule ( 2000 Arbeitskilokalorien) und von Frauen mindestens 5862 Arbeitskilojoule (1400 Arbeitskilokalorien) verbraucht werden.
Bei Teilzeitbeschäftigten kommt es auf die reduzierte Arbeitszeit an, da der Dienstnehmer in dieser reduzierten Dienstzeit trotzdem die geforderte Kalorienzahl (Männer 2000, Frauen 1400) zur Gänze verbrauchen muss.

In den Berufslisten 1 + 2 sind Tätigkeitsbilder aufgelistet, bei deren Ausübung während der Normalarbeitszeit an mindestens 15 Arbeitstagen pro Monat von Schwerarbeit auszugehen und die Meldung zu erstatten ist.

Werden die 15 Arbeitstage pro Monat nicht erreicht, ist keine Meldung zu erstatten.

Ebenso ist keine Meldung zu erstatten, wenn ein maschineller Einsatz mit Großgeräten oder überwiegend Planungs-, Organisations-, Kontroll- oder Aufsichtstätigkeit vorliegt.

Zi. 5: zur berufsbedingten Pflege von erkrankten oder behinderten Menschen mit besonderem Behandlungs- oder Pflegebedarf, wie beispielsweise in der Hospiz- oder Palliativmedizin.

Diese Pflegeleistungen müssen in einer Einrichtung (Pflegeheime,…) erbracht werden, die ambulante Pflege ist aber der stationären Pflege gleichgestellt. Werden diese Pflegeleistungen an mindestens 15 Arbeitstagen pro Monat erbracht, ist von Schwerarbeit auszugehen und die Meldung zu erstatten. Eine Teilzeitbeschäftigung ist möglich, als Untergrenze gilt aber die Hälfte der Normalarbeitszeit.

Zi.6: trotz Vorliegens einer Minderung der Erwerbsfähigkeit (§ 14 des Behinderteneinstellungsgesetzes) von mindestens 80%, sofern Pflegegeld zumindest in Höhe der Stufe 3 nach § 5 des Bundespflegegeldgesetzes oder nach den Bestimmungen der Landespflegegeldgesetze bestanden hat.

Diese Personen sind unabhängig von der tatsächlich ausgeübten Tätigkeit als Schwerarbeiter anzusehen. Die Dienstgeber können - sofern sie über den Grad der Minderung der Erwerbsfähigkeit bzw. über die Einstufung nach dem Bundespflegegeldgesetz bzw. den Landespflegegeldgesetzen Bescheid wissen - eine Meldung erstatten. Eine Verpflichtung zur Meldung besteht aber nicht, weil es von den Dienstgebern nicht verlangt wird, entsprechende Erhebungen bei ihren Mitarbeitern zu führen.

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Wie ist zu melden?

  • Die Meldung hat mittels ELDA zu erfolgen.
  • In Ausnahmefällen ist auch eine Papiermeldung zulässig.

Bitte beachten Sie:

Sofern die Voraussetzungen für einen Schwerarbeitsmonat erfüllt sind, ist grundsätzlich der Monatserste bzw. -letzte anzuführen. Dies gilt nicht, wenn die Beschäftigung während des Monats beginnt oder endet.

Einen Fragen-Antworten-Katalog zur Schwerarbeit, der Antworten auf die wichtigsten Fragen in diesem Zusammenhang enthält, finden Sie im rechts angeführten Link. Der Fragen-Antworten-Katalog wurde von den Sozialversicherungsträgern im Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Soziale Sicherheit und Konsumentenschutz erstellt.

Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2015