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Altersteilzeit allgemein


Durch das Altersteilzeitgeld soll die Aufrechterhaltung von Beschäftigungsverhältnissen älterer ArbeitnehmerInnen gefördert werden. Es gebührt grundsätzlich jenen Arbeitgebern, die älteren Arbeitnehmern, die ihre Arbeitszeit vermindern, einen Lohnausgleich gewähren.

Die durch den Lohnausgleich anfallenden Bruttolohnkosten inklusive der Dienstgeber- und Dienstnehmeranteile an den Sozialversicherungsbeiträgen (Kranken-, Pensions-, Unfall-, Arbeitslosenversicherung einschließlich IE-Zuschlag) werden dem Arbeitgeber auf Antrag vom Arbeitsmarktservice zum Teil bis zur Höchstbeitragsgrundlage ersetzt.

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Anspruchsvoraussetzungen

Das Altersteilzeitgeld kann für Personen grundsätzlich bis zu einer Maximaldauer von 5 Jahren ausbezahlt werden, wenn diese in die Altersteilzeitarbeit übertreten.
Folgende Punkte müssen dabei auf diese DienstnehmerInnen zutreffen:

  • Er/sie muss zuvor mindestens 3 Monate im Unternehmen beschäftigt gewesen sein.
  • Er/sie muss spätestens 5 Jahre nach dem Übertritt in die Altersteilzeitarbeit das Regelpensionsalter für die Alterspension erreichen. In Hinblick auf die Änderungen im Pensionsrecht ist diese Anspruchsvoraussetzung durch eine Übergangsregelung ergänzt worden, die es ermöglicht, Altersteilzeitgeld länger als 5 Jahre zu beziehen. Im Jahr 2006 ist diese Übergangsregel auf
    - Frauen, die in diesem Jahr bereits 51,5 Jahre und älter bzw.
    - Männer, die in diesem Jahr bereits 56,5 Jahre und älter sind,
    anzuwenden.

    Für diese DienstnehmerInnen kann ab Erreichen dieser Altersgrenzen Altersteilzeitgeld bis zum Ablauf des Kalendermonates nach Erreichung des frühestmöglichen Pensionsanfallsalters bezogen werden, auch wenn der Bezugszeitraum durch diese Regelung 5 Jahre überschreitet.

    Ein Beispiel zur Anwendung der Übergangsregelung:
    Eine am 1.4.1955 geborene Frau hat am 1.10.2006 das 618. Lebensmonat vollendet (51,5 Lebensjahre). Die Pensionsversicherungsanstalt bestätigt ihren Pensionsstichtag unter Berücksichtigung der Pensionsreform mit 1.6.2014.
    Aufgrund der Übergangsregelung kann in diesem Fall das Altersteilzeitgeld bei Vorliegen einer entsprechenden Vereinbarung mit dem Dienstgeber und Erfüllung aller sonstigen Voraussetzungen ab Vollendung des 51,5ten Lebensjahres längstens für die Dauer von 7 Jahren und 8 Monaten bezogen werden. Kommt es zu einer "Blockzeitvereinbarung" darf jedoch die Freizeitphase 2,5 Jahre nicht überschreiten.

    Konkrete Auskünfte über Anwendung der Übergangsregelung im Einzelfall erhalten Sie bei Ihrer regionalen Geschäftsstelle des Arbeitsmarktservice .
  • Er/sie muss innerhalb der letzten 25 Jahre vor dem Übertritt in die Altersteilzeitarbeit mindestens 780 Wochen (15 Jahre) arbeitslosenversicherungspflichtige Beschäftigung nachweisen können. Dabei verlängern arbeitslosenversicherungsfreie Zeiten der Betreuung von Kindern bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres den Beobachtungszeitraum von 25 Jahren.

Inhaltlich ist bei Abschluss der Vereinbarung über die Altersteilzeitarbeit zu beachten:

  • Aufgrund einer vertraglichen Vereinbarung muss die gesetzlich oder kollektivvertraglich geregelte Normalarbeitszeit des/der DienstnehmerInnen auf 40% bis 60% der Normalarbeitszeit verringert werden. Eine entsprechende Vereinbarung ist auch dann möglich, wenn die ausgeübte Normalarbeitszeit bereits im Jahr vor dem Übertritt in die Altersteilzeitarbeit die gesetzliche oder kollektivvertragliche Normalarbeitszeit um bis zu 20% unterschritten hat. Wurde die Normalarbeitszeit im letzten Jahr um mehr als 20% unterschritten, besteht selbst bei einer nochmaligen Reduzierung der Arbeitszeit kein Anspruch auf Altersteilzeitgeld. Dabei ist nicht nur die Beschäftigung im Unternehmen, mit dem die Vereinbarung abgeschlossen wird ausschlaggebend, sondern es sind alle Dienstverhältnisse im letzten Jahr in die Prüfung miteinzubeziehen.
  • Weiters muss eine kollektivvertragliche Regelung, eine Betriebsvereinbarung oder eine Einzelvereinbarung vorliegen, wonach für den/die DienstnehmerInnen
    • bei Ausübung der Altersteilzeitarbeit bis zur Höchstbeitragsgrundlage nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz der Erhalt von einem Lohnausgleich in der Höhe von mindestens 50% des Differenzbetrages zwischen dem vor der Herabsetzung der Normalarbeitszeit gebührenden Entgelt und dem der verringerten Arbeitszeit entsprechenden Entgelt gesichert ist,
    • die Beiträge zur Sozialversicherung weiterhin in der vor Eintritt in die Altersteilzeitarbeit entrichteten Höhe abgeführt werden,
    • sichergestellt ist, dass die Berechnung eines eventuell künftig anfallenden Abfertigungsanspruches auf Grundlage der Arbeitszeit vor der Herabsetzung der Normalarbeitszeit vorgenommen wird.
  • Für die Berechnung einer Abfertigung nach dem BUAG gilt § 13d Abs. 3 BUAG.

Sieht eine Vereinbarung über die Altersteilzeitarbeit unterschiedliche wöchentliche Normalarbeitszeiten oder eine unterschiedliche Verteilung der wöchentlichen Normalarbeitszeit vor, so sind die Voraussetzungen auch dann erfüllt, wenn

  • die wöchentliche Normalarbeitszeit in einem Durchrechnungszeitraum im Durchschnitt die vereinbarte verringerte Arbeitszeit nicht überschreitet,
  • das Entgelt für die Altersteilzeitarbeit fortlaufend gezahlt wird und
  • zusätzlich zumindest während der Freizeitphase (abgesehen von unvermeidlichen kurzen Unterbrechungen) eine zuvor arbeitslose Person über der Geringfügigkeitsgrenze versicherungspflichtig beschäftigt oder zusätzlich ein Lehrling ausgebildet und im Zusammenhang mit dieser Maßnahme vom Dienstgeber kein Dienstverhältnis aufgelöst wird.

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Höhe des Altersteilzeitgeldes

Die Höhe des Altersteilzeitgeldes steht in direktem Zusammenhang mit der Frage, ob und in welchem Ausmaß eine Ersatzarbeitskraft eingestellt oder ein Lehrling ausgebildet wird.
Gleichzeitig ist zu unterscheiden, ob die Arbeitszeit gleichbleibend oder im Rahmen einer "Blockzeitvereinbarung" reduziert wird.

Eine "Blockzeitvereinbarung" liegt vor, wenn Vollarbeitszeiten nicht innerhalb eines Monats durch Freizeitphasen ausgeglichen werden.

  • Das Altersteilzeitgeld ersetzt dem Dienstgeber die durch den Lohnausgleich entstehenden Aufwendungen sowie die dazugehörigen Dienstgeberbeiträge zur Sozialversicherung.
  • Für DienstnehmerInnen, die dem Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungsgesetz unterliegen, werden auch die für den Lohnausgleich zu leistenden Beiträge an die Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse für das Urlaubsentgelt und den Urlaubszuschuss ersetzt.
  • Weiters umfasst der Ersatz durch das Altersteilzeitgeld Dienstnehmer- und Dienstgeberbeiträge zur Kranken-, Unfall-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung inklusive IESG-Zuschlag, die für den Differenzbetrag zwischen dem nunmehr für die Ausübung der Altersteilzeitarbeit bezahlten Entgelt (inklusive Lohnausgleich) und dem vor dem Eintritt in die Altersteilzeitarbeit liegenden Entgelt zu entrichten sind.
  • Liegt das Bruttoarbeitsentgelt (inklusive Lohnausgleich) für die Altersteilzeitarbeit über der Höchstbeitragsgrundlage nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz wird lediglich jener Teil des Lohnausgleichs rückerstattet, der die Höchstbeitragsgrundlage nicht übersteigt.

Ob die beschriebenen Aufwendungen zur Gänze oder teilweise ersetzt werden, ist abhängig von der Einstellung einer Ersatzarbeitskraft oder der Ausbildung eines Lehrlings.

Dabei gilt:

  • Bei gleichbleibender Reduzierung der Arbeitszeit:
    steht es dem Dienstgeber frei, ob er im Laufe der Altersteilzeitarbeit eine Ersatzarbeitskraft einstellt oder einen Lehrling ausbildet. Geschieht dies nicht, werden durch das Altersteilzeitgeld nur die Hälfte des Lohnausgleiches (inkl. der Dienstgeberbeiträge zur Sozialversicherung) und der zusätzlich zu entrichtenden Sozialversicherungsbeiträge ersetzt.
    Für Zeiträume der Altersteilzeitvereinbarung, in denen nicht nur vorübergehend eine zuvor arbeitslose Ersatzarbeitskraft über der Geringfügigkeitsgrenze eingestellt oder zusätzlich ein Lehrling ausgebildet wird, erhält der Dienstgeber die zuvor genannten finanziellen Aufwände (Lohnausgleich und die zusätzlichen Sozialversicherungsbeiträge) zur Gänze . In Zusammenhang mit der Altersteilzeitvereinbarung darf kein Dienstverhältnis aufgelöst werden.
  • Bei einer "Blockzeitvereinbarung":
    muss in jedem Fall spätestens mit Beginn der Freizeitphase eine zuvor arbeitslose Ersatzarbeitskraft nicht nur vorübergehend eingestellt oder ein Lehrling ausgebildet werden. Geschieht dies bis zu diesem Zeitpunkt nicht, ist das gesamte bis dahin ausbezahlte Altersteilzeitgeld an das AMS zurückzuzahlen.

    Wird bei einer Blockzeitvereinbarung nicht während der gesamten Laufzeit der Altersteilzeit eine Ersatzarbeitskraft beschäftigt oder ein Lehrling ausgebildet, ist für die Festlegung der gebührenden Höhe des Altersteilzeitgeldes folgendes zu beachten:

1. Variante
Wird die Ersatzarbeitskraft /der Lehrling spätestens ab Beginn des vierten Fünftels der Altersteilzeit eingestellt, so führt das AMS zum Zeitpunkt der Einstellung dieser Person eine Zwischenabrechnung durch. Das bis zu diesem Zeitpunkt ausbezahlte Altersteilzeitgeld (50% des Lohnausgleichs und der zusätzlichen Sozialversicherungsbeiträge) wird mit dem verglichen, das bei durchgehender Beschäftigung einer zusätzlichen Person gebührt hätte. Der so festgestellte Differenzbetrag ist anteilig auf die restlichen Monate der Laufzeit der Altersteilzeitarbeit zu verteilen und wird in den folgenden Monaten zusätzlich zum laufenden Altersteilzeitgeld ausbezahlt.
2. Variante
Wird die Ersatzkraft/der Lehrling erst nach Beginn des vierten Fünftels der Altersteilzeit eingestellt, wird nur für die restlichen Monate das laufende Altersteilzeitgeld (100% des Lohnausgleichs und der zusätzlichen Sozialversicherungsbeiträge) um jeweils 50% erhöht.

Sowohl die Zwischenabrechnung als auch die Erhöhung des Altersteilzeitgeldes um 50% müssen nicht gesondert beantragt werden, sondern erfolgen bei Bekanntgabe der Ersatzarbeitskraft amtswegig.
Das Altersteilzeitgeld unterliegt nicht der Umsatzsteuer.

Das Altersteilzeitgeld kann bei Vorliegen der Voraussetzungen grundsätzlich längstens für einen Zeitraum von fünf Jahren bzw. maximal bis zur Erfüllung der Voraussetzungen für eine gesetzliche Leistung aus der Pensionsversicherung ausbezahlt werden. In Hinblick auf die Änderungen im Pensionsrecht wurden Übergangsbestimmungen geschaffen, die einen längeren Bezug von Altersteilzeitgeld ermöglichen. Im Jahr 2006 betrifft dies Frauen, die 51,5 Jahre und älter bzw. Männer, die 56,5 Jahre und älter sind.

Erfolgt die Arbeitszeitreduzierung im Rahmen einer Blockzeitvereinbarung, darf die Freizeitphase in keinem Fall mehr als 2,5 Jahre betragen.

Anträge können bei der jeweils zuständigen regionalen Geschäftsstelle des Arbeitsmarktservice gestellt werden.

Entsprechende Formulare stehen samt Ausfüllhilfe auf der Web-Seite des Arbeitsmarktservice zum Download zur Verfügung.

Hier finden Sie ein

linkBeispiel zum Altersteilzeitgeld (220.7 KB)

Zuletzt aktualisiert am 12. März 2015