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Beitragsgrundlagen - Sonderfälle


In einigen Fällen gibt es besondere Regelungen zur Bildung der Beitragsgrundlage.

So gilt als allgemeine Beitragsgrundlage

  • bei Dienst als Schöffe oder Geschworener und bei Teilnahme an Schulungs- und Bildungsveranstaltungen im Rahmen der besonderen Vorschriften über die erweiterte Bildungsfreistellung (gem. Arbeitsverfassungsgesetz) die Beitragsgrundlage vor der Unterbrechung;
  • bei Arbeitsunterbrechung auf Grund des Epidemiegesetzes 1950 und bei Verhängung einer Sperre wegen Maul- und Klauenseuche nach dem Tierseuchengesetz die gebührende Vergütung, mindestens jedoch die Beitragsgrundlage vor der Unterbrechung;
  • bei Minderung der Beitragsgrundlage infolge Ausübung eines öffentlichen Mandates die Beitragsgrundlage vor der Minderung der Beitragsgrundlage.

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Altersteilzeit - Altersteilzeitbeihilfe - Solidaritätsprämienmodell

Grundlage für die Ermittlung der Sozialversicherungsbeiträge (und der Bemessung des Altersteilzeitgeldes) ist das gebührende Entgelt vor Herabsetzung der Normalarbeitszeit bis zur Höchstbeitragsgrundlage.

Einmalig ausbezahlte beitragspflichtige Prämien und nur im letzten Beitragszeitraum fällige Überstundenentgelte bleiben bei der Ermittlung der jeweiligen Grundlage außer Betracht. In die Beitragsgrundlage eingeflossene, regelmäßig über einen längeren Zeitraum bezahlte Prämien und Überstunden (Richtwert ist ein Zeitraum von mindestens 3 Monaten) sind allerdings zu berücksichtigen. Ist die Normalarbeitszeit unregelmäßig verteilt (z.B. Schichtarbeit, Turnusdienst etc.), dann ist das dem Durchrechnungszeitraum zu Grunde liegende durchschnittliche monatliche Bruttoentgelt als Bemessungsgrundlage heranzuziehen.

Die jährliche Anhebung der Höchstbeitragsgrundlage sowie kollektivvertragliche oder sonst gebührende Ist-Lohnerhöhungen sind zu berücksichtigen. Die letzte volle Beitragsgrundlage ist somit insofern variabel, als sie durch solche Steigerungen entsprechend erhöht wird.

Beitragsberechnung: Die jeweilige Summe von Teilzeitarbeitsentgelt und Lohnausgleich (tatsächliches Entgelt, das der Dienstnehmer erhält) ist normal sozialversicherungs- und umlagepflichtig. Es gelten die üblichen Bemessungs- und Abzugsregeln. Die Aufteilung zwischen Dienstgeber- und Dienstnehmeranteil erfolgt somit wie bei herkömmlichen Versicherten. Der Lohnausgleich und der hiervon zu entrichtende Dienstgeberanteil an den Sozialversicherungsbeiträgen inklusive dem Insolvenzentgeltsicherungszuschlag (IE-Zuschlag) werden dem Dienstgeber vom Arbeitsmarktservice ersetzt.

Von der Differenz des Teilzeitarbeitsentgeltes zuzüglich des Lohnausgleiches zur Beitragsgrundlage vor Herabsetzung der Normalarbeitszeit haben die Dienstgeber die Gesamtbeiträge zu entrichten.

Die Krankenversicherungs-, Unfallversicherungs-, Pensionsversicherungs- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge inklusive dem Insolvenzentgeltsicherungszuschlag werden dem Dienstgeber jedoch vom Arbeitsmarktservice ersetzt.

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Kurzarbeitsunterstützung

Sozialversicherungsrechtliche Information für Dienstgeber

Um den Lohnausfall bei Kurzarbeit teilweise abzugelten, kann nach dem Arbeitsmarktförderungsgesetz (AMFG) den Dienstgebern unter bestimmten Voraussetzungen vom Arbeitsmarktservice (AMS) auch im Katastrophenfall eine Kurzarbeitsbeihilfe gewährt werden. Diese Beihilfe wird vom AMS in Pauschalbeträgen angewiesen, der Arbeitgeber behält die je Arbeitnehmer entfallenden Sozialversicherungsbeiträge sowie die Lohnsteuer ein und gibt den verbleibenden Betrag an die betroffenen Arbeitnehmer weiter. De facto beläuft sich die Höhe der Kurzarbeitsunterstützung für solche Arbeitnehmer ungefähr in Höhe des zustehenden Arbeitslosengeldes.

Nachstehend dazu die sozialversicherungsrechtlichen Bestimmungen zur Beitragsabrechnung:

Pflichtversicherung
Während des Bezuges der Kurzarbeitsunterstützung bleibt die Pflichtversicherung nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG) aufrecht.

Beitragsgrundlage
Die Beiträge (und Leistungen der Sozialversicherung) richten sich nach der letzten Beitragsgrundlage vor Eintritt der Kurzarbeit (§ 32 Abs. 3 AMFG). Liegt ein zuletzt vorangegangener Beitragszeitraum nicht vor, ist der laufende Beitragszeitraum heranzuziehen.

  1. Von dieser Beitragsgrundlage sind die Beiträge zur Krankenversicherung, Unfallversicherung, Pensionsversicherung und Arbeitslosenversicherung sowie für den Insolvenz-Entgeltsicherungs-Zuschlag und den Beitrag nach dem Nachtschwerarbeitsgesetz zu entrichten.
  2. Vom tatsächlichen Entgelt (= der in dieser Zeit erzielte Arbeitsverdienst zuzüglich Kurzarbeitsunterstützung) ist die Kammerumlage bzw. Landarbeiterkammerumlage, den Wohnbauförderungsbeitrag und den Schlechtwetterentschädigungsbeitrag zu leisten.

Zuletzt aktualisiert am 24. Februar 2016