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Entgeltfortzahlung nach dem Angestelltengesetz


(§ 8 Abs. 1 und Abs. 2 AngG)

Nach § 8 Abs. 1 AngG behält ein Angestellter, der nach Antritt des Arbeitsverhältnisses durch Krankheit oder Unglücksfall an der Arbeitsleistung verhindert ist – ohne dass er die Verhinderung vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführt hat – den Anspruch auf das volle Entgelt

  • bis zur Dauer von 6 Wochen ab Beginn des Dienstverhältnisses
  • bis zur Dauer von 8 Wochen, wenn das Dienstverhältnis 5 Jahre
  • bis zur Dauer von 10 Wochen, wenn das Dienstverhältnis 15 Jahre
  • bis zur Dauer von 12 Wochen, wenn das Dienstverhältnis 25 Jahre
ununterbrochen gedauert hat.

Durch jeweils weitere 4 Wochen behält der Dienstnehmer den Anspruch auf das halbe Entgelt.

Beruht die Arbeitsverhinderung jedoch auf einen Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit. So verlängert sich die Frist von 6 Wochen um die Dauer der Arbeitsverhinderung, höchstens jedoch um 2 Wochen.

Wiedererkrankung (§ 8 Abs. 2 AngG)
Tritt innerhalb eines halben Jahres nach Wiederantritt des Dienstes abermals eine Dienstverhinderung ein, so hat der Angestellte nach § 8 Abs. 2 AngG für die Zeit der Dienstverhinderung – soweit die Gesamtdauer der Verhinderung die im § 8 Abs. 1 AngG geregelten Zeiträume übersteigt – Anspruch nur auf die Hälfte des im § 8 Abs. 1 AngG gebührenden Entgelts.

Bei Wiedererkrankung innerhalb von 6 Monaten nach Wiederantritt des Dienstes nach der Ersterkrankung besteht zunächst Anspruch auf Ausschöpfung eventueller Reste von der Ersterkrankung und anschließend Anspruch auf halbes Entgelt nach § 8 Abs. 2 AngG bis zur Höchstanspruchsdauer je nach Dauer des Dienstverhältnisses.

Liegen zwischen der Ersterkrankung und der neuerlichen Dienstverhinderung mehr als 6 Monate, so entsteht wieder der volle Anspruch nach § 8 Abs. 1 AngG (Grundanspruch).

Eine Ersterkrankung liegt vor, wenn zwischen Wiederantritt zum Dienst und neuerlicher Dienstverhinderung mehr als 6 Monate liegen.

Für das Krankenentgelt bei Angestellten ist in der Sozialversicherung nur dann Beitragspflicht gegeben, wenn das Krankenentgelt mindestens 50 % der vollen Geld- und Sachbezüge vor der Erkrankung beträgt. Das beitragspflichtige Teilentgelt für Angestellte (50 %) ist in der Sozialversicherung getrennt vom vollen Entgelt abzurechnen.

Ausnahme:
Gebührt Angestellten bei einer Wiedererkrankung ein Krankenentgelt gemäß § 8 Abs. 2 AngG lediglich in Höhe von 25% und wird ihm/ihr von der Krankenkasse für die ersten drei Tage kein Krankengeld gewährt, so ist auch dieses 25%ige Krankenentgelt beitragspflichtig.

Zuletzt aktualisiert am 11. März 2015