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Kollektivvertrag für das Gastgewerbe – Mindestlohn bei Teilzeitbeschäftigung fällt weg


  • Bisher galt die Regelung, wonach dem Arbeitnehmer für einen Arbeitstag ein besonderer Mindestlohn laut Lohnabkommen gebührt, wenn die Teilzeitbeschäftigung für eine kürzere Zeit als einen Kalendermonat vereinbart wurde. Dieser Mindestlohn betrug ab 1.1.2009 mindestens € 27,48 für einen Arbeitstag.
  • Rückwirkend mit 1. Mai 2009 wurde diese Bestimmung aufgehoben.
  • Nunmehr gilt:
    Der Mindestlohn für fallweise Beschäftigte im Sinne des § 471 b ASVG beträgt 120 % des kollektivvertraglichen Mindestlohnes für die entsprechende Beschäftigungsgruppe.

Als fallweise beschäftigt gelten Mitarbeiter, die
  •  in unregelmäßiger Folge,
  • tageweise, zumindest aber für eine kürzere Zeit als eine Woche,
  • beim selben Dienstgeber beschäftigt sind.

Typisch für eine fallweise Beschäftigung sind damit:
  • Tätigkeiten in unregelmäßiger Folge ohne im Vorhinein fixierte Arbeitstage,
  • tageweise, zumindest aber für eine kürzere Zeit als eine Woche beim selben Arbeitgeber vereinbarte Arbeitseinsätze,
  • keine tatsächlich erfolgenden regelmäßigen Arbeitseinsätze,
  • Ablehnungsmöglichkeiten eines Diensteinsatzes durch den Dienstnehmer ohne negative Folgen.

Berechnungsbeispiel:

Eine ungelernte Servicekraft wird fallweise als Aushilfe eingesetzt. Der kollektivvertragliche Mindestlohn exklusive entsprechender Trinkgeldpauschale für 40 Stunden/Woche beträgt in OÖ ab 1.5.2009 € 1.181,00 brutto.

Der Stundensatz beträgt € 6,83 brutto.
€ 6,83 brutto x 120 % = € 8,20 brutto.

Die ungelernte Servicekraft hat aufgrund der fallweisen Beschäftigung Anspruch auf einen Stundensatz von € 8,20 brutto.

Zuletzt aktualisiert am 11. März 2015